Mit dem Zweiten auf Seite 1

Mit dem Zweiten läuft es besser

Immer mehr Mecklenburger nutzen den Zweiten Bildungsweg

Vom Straßenbauer zum Wissenschaftler mit Doktortitel: Für Björn Jahnke hat sich der Besuch des Abendgymnasiums in Schwerin gelohnt. Rückblickend seien drei Jahre zwar eine harte Zeit gewesen, sagt Jahnke. „Aber das Abitur ist machbar.“ Auch Christin Oldenburg bereut nichts. Tagsüber arbeitete sie als Zimmermädchen, abends paukte sie den Abi-Stoff – und ist jetzt glücklich mit ihrem Lehramtsstudium in Rostock.

Erfolgsgeschichten wie diese sind zunehmend Motivation für andere, sich auf dem Zweiten Bildungsweg noch einmal durchzubeißen und die eigene Jobsituation zu verbessern. Neben konstant hohen Zahlen von 400 bis 500 Studierenden an den vier Abendgymnasien des Landes hat die Zahl der Teilnehmer zugenommen, die an den Volkshochschulen die Schulabschlüsse der Berufsreife und Mittleren Reife nachholen. So haben im Schuljahr 2016/2017 nach Angaben des Bildungsministeriums in MV 94 Teilnehmer die Berufsreife und 240 die Mittlere Reife erreicht. Im Schuljahr zuvor waren es 85 bzw. 185 erfolgreiche Absolventen. Das habe auch mit der schrittweise eingeführten Gebührenfreiheit an den Volkshochschulen zu tun, die vom Land stärker unterstützt würden, so Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD): „Das gebührenfreie Angebot kommt an. Seitdem können alle einen Schulabschluss erlangen, denen eine Teilnahme an den Kursen aus finanziellen Gründen früher nicht möglich war.“

Auch am ohnehin gebührenfreien Abendgymnasium in Schwerin ist das Interesse nach einem geburtenschwächeren Jahrgang beispielsweise wieder gestiegen, sagt Schulleiterin Cornelia Seidler. Für das nächste Schuljahr rechnet sie wieder mit mehr als 60 Neuanmeldungen für zwei 11. Klassen. Viele der Studierenden ab 19 Jahren hätten eine Ausbildung gemacht und seien berufstätig, aber auch Arbeitslosigkeit, Mutterschaft, soziales Jahr oder Wehrdienst würden angerechnet. Zu den Bildungswilligen, die derzeit 24 Stunden pro Woche abends noch einmal die Schulbank drücken, gehöre auch eine kleine Gruppe von Flüchtlingen.

Ein gutes Drittel hält erfahrungsgemäß bis zum Abitur durch. Manche verlassen das Abendgymnasium nach zwei Jahren mit der Fachhochschulreife. Wer den Abschluss schaffe, habe gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, weiß Cornelia Seidler: „In den meisten Fällen wird der Besuch des Abendgymnasiums als Zweiter Bildungsweg besonders honoriert.“

Autor: Angela Hoffmann

SVZ 24.5.18

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„Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.“ (Goethe)

Die Reise Abendgymnasium hat am Mittwochabend für die 13.Klassen einen von vielen Zwischenstopps eingelegt. Nur dieses Mal war dies der letzte vor ihrem großen Endspurt.

Für die Schüler und Schülerinnen beginnen am Freitag nämlich die ersten Abiturprüfungen und somit rücken sie ihrem Ziel nach dem Abitur immer näher. Doch bei ihrem Sprint in das Ziel wird dieses nicht das Ende sein. Jeder von ihnen wird seine eigene Reise weiterführen.

Denn alle von ihnen haben in den letzten drei Jahren eine Menge gemeistert,worauf sie schon jetzt stolz sein können.

Wir wünschen allen Schülern viel Erfolg bei den bevorstehenden Prüfungen !

Text und Bild: Maike-Sophie Müller

*Noch nicht komplett im Arsch*

Am vergangenen Freitag fand die Vorpremiere des Filmes „Wildes Herz“ über die Mecklenburger Punkband „Feine Sahne Fischfilet“ im Capitol Schwerin statt und füllte den großen Kinosaal mit fast 600 Zuschauern. Authentisch, mit Witz und viel Ehrlichkeit, erzählt der Film von Charly Hühner die Geschichte von Jan Gorkow und seinen Jungs. Zwei Schülerinnen der 13. Klasse und die Schulleiterin Frau Seidler winkten sich anschließend zwischen den Sitzreihen zu und beschlossen, ein Foto mit dem Frontmann „Monchi“ machen zu lassen, der nach dem Film noch für ein Interview auf der Bühne und für Gespräche mit den Fans zu haben war. Seine endlose Energie schien sich zu übertragen, sodass man sich auch nach drei Blöcken Unterricht und einer Klausur kurz vorher noch nicht „komplett im Arsch“ fühlte.

Text: Tinett Kähler

Bild: C. Seidler

PS Ich erklärte Monchi, woher und wer wir sind und dass meine Studierenden vom Zweiten Bildungsweg was Besonderes leisten, was er natürlich anerkennend honorierte ;-)) [C.Seidler]

Verwandlung bei Nacht

B55BB75F-E4EB-49C4-B8EA-A00B98FB15BEAm vergangenen Freitag besuchte die Klasse 13 eine Aufführung von „Die Verwandlung“ im Schweriner E-Werk Studio. Jochen Fahr spielte das Solostück nach der berühmten Erzählung von Franz Kafka, in der Gregor Samsa eines Morgens erstaunt feststellt, dass er sich über Nacht in ein großes Insekt verwandelt hat. Obwohl sich damit der Start in das wohlverdiente Wochenende noch einmal nach hinten verschob (Beginn war um 22 Uhr), freuten sich die Abiturient-/innen darauf, den behandelten Klassiker einmal ganz anders zu erleben. Schließlich sollte es wohl auch der letzte gemeinsame Projektabend vor den anstehenden Prüfungen werden. Ganz reduziert ohne Kulissen, aber mit geschicktem Schattenspiel wurde in dieser Aufführung Kafkas Erzähler lebendig und der ein oder andere konnte das Leiden der Hauptfigur noch einmal eindringlich miterleben. Am Ende, kurz vor Mitternacht, ergaben sich noch erste, kontroverse Expertengespräche („Die ‚Verwandlung‘ ohne ein Bühnenbild?!“ oder „Fehlte da nicht die Stelle x?“). Wie viele Studierende am nächsten Morgen pansich die Anzahl ihrer Arme und Beine nachzählten, ist unbekannt. Alle Beteiligten möchten sich herzlich bei unserem Schulverein Fre.d.A für die großzügige finanzielle Unterstützung bedanken.

Autor: Frau Dörr

 

„Was siehst du? Du siehst gar nichts.“

Dieser Satz ist einer der bedeutendsten des Werkes „Leben des Galilei“ von Bertolt Brecht.

Wir, die Studierenden der zwölften Klassen des Abendgymnasiums Schwerin, hatten das große Glück, uns dieses Schauspiel in der Inszenierung von Martin Nimz am 09.01.2018 im Mecklenburgischen Staatstheater anzusehen.

Die Erwartung an ein traditionell-klassisches Theaterstück wurde nicht erfüllt…

Gerade deswegen wurde das Stück von Brecht ein voller Erfolg. Somit hat Brecht sein Ziel erreicht und uns unseren eigenen Verfremdungseffekteffekt erleben lassen.

Noch nach Ende des gemeinsamen Theaterabends und der eindrucksvollen Aufführung, welche durch das untypische Bühnenbild sowie seiner modernen Elemente überzeugte, diskutierten wir heftig untereinander, welche Fragen „Leben des Galilei“ in uns hervorrief.

Hiermit wollen wir uns beim Abendgymnasium und F.r.e.d.A. bedanken, dass wir diese Möglichkeiten in Anspruch nehmen konnten.

Maike und Clarissa, Klasse 12-1

Keine Panik…

…du bestimmst heute nicht den Rest deines Lebens….so hieß das Motto der Ausbildungsmesse im Technologie-Zentrum der HWK in Schwerin. Unser Stand präsentierte sich an guter Position und dank der Unterstützung der Studierenden aus der 11/2 hatten wir alle viel Spaß. Übrigens, die Uhr entstand für den Englischraum in toller Teamarbeit von Sabrina, Esther und Hamed 😉